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Seelenschmerzen – zwischen Pathologie und Poesie
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Seelenschmerzen – zwischen Pathologie und Poesie

29.08.2026 • ERDROTATION

"Psychoanalyse erlernt man zunächst am eigenen Leib, durch das Studium der eigenen Persönlichkeit."
Sigmund Freud, Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1916)

Samstag, 29. August 2026 14:00 Uhr

Erdrotation – Dialogorientierte, undogmatische Gesprächsrunde mit Ulrich Hermanns.

Ort: Pardo's (Rückseite des K 21), Düsseldorf

Thema:

  • Seelenschmerzen – zwischen Pathologie und Poesie

Ein ewig Wanderndes ist Schmerzendes in der Welt. Vehement abgewehrt oft, durch Dingbezüge ebenso wie durch geradezu Ideologien, Weltvorstellungen mit minimaler Reflexivität. Wo es sich niederlässt bringt es Unverständnis hervor. Den Wunsch, schnell zu entkommen. Auf vielen Ebenen gelingt dies, kollektive Hilfe ist dort fest verortet. Wo das kleine Selbst – nach Innen verlagert, um sich zu schützen – berührt wird, sind Ordnungskräfte machtlos. Objektiver Geist und Sittlichkeit, idealistisch verstanden, promenieren auf einer anderen Straßenseite.

Bleibt die Selbstbezüglichkeit, das Schmerzende anzunehmen? Schwerlich, denn auch sie braucht Anderes, um es zu assimilieren. Wo denn aber ist der Ort, aus welchem heiße Tränen quellen, ebenso wie eingekerkerte Emotionen? Helfen Konzeptionen wie die eines primären und später sekundären Masochismus, Weltbezüge zu fassen, die über individuell ebenso wenig Beherrschbares wie Unbeherrschbares hinausgehen? Bezüge, die zugleich den Willen aktivieren, es nicht beim Passiven zu belassen, auch wenn aktuelle Kräfte vollkommen fehlen?

Projektion von Wunsch in sich entziehende, verweigernde ‚Realität‘ hinein. Imaginäre Vermögen, welche eine Zirkulation in Externes nicht zu realisieren vermögen. Mehrwert an nicht zuletzt autoerotischen Codes, Protokapital, das dennoch seit Menschengedenken kulturell zu fließen vermag, fraktal zwar, doch immerhin. Eine Währung, die an Unsterblichkeit schmerzhaft nur sich vorstellungsbefähigt richten kann. Arbeit und durch sie Geschaffenes – ohne unmittelbaren Markt.

Von dort nur: zurückschallende Wertlosigkeit. Doch nicht ist sie nichts, Spur vielmehr wohin? Ferne, weil vergangene Konstitutionsbemühungen des entstehenden Selbst, Vorwegnahme eines erst nachträglich sich Realisierenden? Erinnert als möglicherweise andauernd präsentes Schaffensmotiv dieses sich flüchtigen 'Selbst'? In Eigenregie sich kurierende Verlustangst?

Morgen früh ... oder nicht ... ?

Heinz Kehren, Gang (2006).

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